Die Energieeffizienz einer Heizung ist ein zentrales Thema im Zusammenhang mit dem Klimawandel und beeinflusst auch die Heizkosten maßgeblich. Doch wie wird die Energieeffizienz genau definiert, und wie wirkt sie sich auf unterschiedliche Heizsysteme aus? Wir klären auf.
Energieeffizienz der Heizung: Definition & Bedeutung
Energieeffizienz beschreibt die Fähigkeit eines Systems, mit dem gleichen Energieeinsatz unter identischen Bedingungen eine höhere Leistung zu erbringen oder bei reduziertem Energieverbrauch eine gleichwertige Leistung zu erzielen.
In der Heiztechnik spielt Energieeffizienz eine besonders große Rolle, da ein erheblicher Teil der in Deutschland genutzten Primärenergie für die Wärmegewinnung aufgewendet wird. Allein Privathaushalte verbrauchen jedes Jahr mehrere Billionen Kilowattstunden Wärmeenergie. Diese enorme Energiemenge wird auch heute noch vor allem durch Öl- oder Gasheizungen, aber auch Holzheizungen erzeugt. Angesichts dieser Menge wird deutlich, wie wichtig es ist, die Effizienz bei der Heizung zu optimieren. Zudem werden beim Verbrennen von Gas, Öl oder Holz CO2, Feinstaub und andere Schadstoffe freigesetzt – ein weiterer Grund, warum Energieeffizienz auch in Bezug auf Emissionen entscheidend ist.
Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz umfassen unter anderem die Reduzierung von Wärmeverlusten durch Dämmung sowie den Einsatz moderner Heizsysteme wie Wärmepumpen. Auch die Energieeffizienzklasse im Energieausweis wird durch die Wahl der Dämmung und Heiztechnik maßgeblich beeinflusst.
Energieeffizienz der Heizung: Primärenergiefaktor als Gradmesser
Die Energieeffizienz einer Heizung kann u. a. über den Primärenergiefaktor gemessen werden. Dieser gibt an, wie viel Primärenergie aufgewendet werden muss, um eine bestimmte Menge an Endenergie bereitzustellen. Er berücksichtigt dabei Verluste, die bei der Gewinnung, Umwandlung und dem Transport der Energie entstehen. Im Gebäudeenergiegesetz (GEG, § 22 Absatz 1) sind die Primärenergiefaktoren für verschiedene Energieträger festgelegt. Ein wesentlicher Unterschied besteht dabei zwischen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energien:
- Erneuerbare Energien haben in der Regel einen Primärenergiefaktor von unter 1, da sie (anteilig) kostenlose Umweltenergie nutzen und als besonders effizient gelten.
- Nicht erneuerbare Energien weisen dagegen Werte über 1 auf, da bei ihrer Gewinnung und Umwandlung höhere Energieverluste entstehen.
Während Gas- oder Ölheizungen durch die Nutzung fossiler Brennstoffe höhere Primärenergiefaktoren, mehr Umweltbelastung und höhere Heizkosten verursachen, nutzen bspw. elektrische Wärmepumpen überwiegend Umweltenergie und benötigen nur einen kleinen Anteil (etwa ein Viertel) Strom. Auch Photovoltaikanlagen, die Sonnenenergie mit einem Primärenergiefaktor von 0,0 nutzen, können Hausbesitzern eine sparsame und autarke Energieversorgung ermöglichen. Gleichzeitig trägt ein geringerer Energieverbrauch zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei, was auch dem Umweltschutz zugutekommt.
Regelungen zur Energieeffizienz von Heizungen
Das Thema Energieeffizienz findet sich in gängigen Vorschriften für Hausbesitzer oder Verbraucher wieder. So schreibt das 2024 novellierte"Heizungsgesetz" (GEG) vor, dass Heizungen in Neubauten mindestens 65 Prozent Erneuerbare Energien nutzen müssen. Spätestens ab 2028 gilt diese 65-Prozent-Regel für alle Heizsysteme, auch im Bestand. Bis dann muss die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen sein.
Auch das Prinzip der Energieeffizienz kommt im GEG zum Tragen. So müssen zum Beispiel alte Heizkessel, die nicht moderne Technologien wie Niedertemperatur oder Brennwert anwenden, ausgetauscht werden, wenn sie mehr als 30 Jahre in Betrieb sind. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich sehr kleine Heizungen mit weniger als vier Kilowatt oder sehr große Anlagen mit mehr als 400 Kilowatt Nennleistung. Sind Sie vor dem 1. Februar 2002 in Ihr Haus eingezogen, sind Sie von der Austauschpflicht befreit, auch wenn Ihre Heizung älter als 30 Jahre ist.
Die Austauschpflicht ergibt aus Sicht der Energieeffizienz Sinn. So erzielen alte Niedertemperaturkessel geringe Wirkungsgrade von 85 Prozent. Das bedeutet, dass sie nur 85 Prozent der Primärenergie in Wärme umwandeln. Vergleicht man diesen Wert mit einer Wärmepumpe, deren Jahresarbeitszahl (JAZ) bei mindestens 3 liegen muss, damit sie gefördert werden kann, wird der Unterschied deutlich. Denn diese Jahresarbeitszahl bedeutet, dass die Wärmepumpe das dreifache der Primärenergie in Wärmeenergie umwandelt, also einen Wirkungsgrad von 300 Prozent hat. Je nach Modell können der Wirkungsgrad und somit die Effizienz der Wärmepumpe auf bis zu 500 Prozent gesteigert werden.
Damit gilt die Wärmepumpe als derzeit effizienteste und gemäß GEG auch die zukunftsfähigste Heizlösung auf dem Markt.
Energieeffizienz: Das Effizienzlabel für Heizungsanlagen
Heizungsanlagen müssen seit 2015 mit einem EU-Effizienzlabel ausgestattet sein. Betroffen sind Öl-, Gas- oder Biogasheizungen, die zum Beheizen von Wohnräumen oder zur Warmwassererzeugung verwendet werden. Auch Pufferspeicher bis 2.000 Liter Volumen müssen gelabelt werden. Das Label muss sowohl in Katalogen als auch bei Ausstellungsgeräten im Ladengeschäft gezeigt werden. Ausgenommen vom Effizienzlabel sind Feuerstätten für Brennstoffe.
Das Label zeigt anhand einer Klassifizierung, wie energieeffizient die Heizungsanlage ist. Die Einstufung reicht von der Effizienzklasse E bis zur Effizienzklasse A+++, die ab dem 26. September 2019 offiziell gültig ist. Klasse E bedeutet dabei die schlechteste Energieausbeute, A+++ die beste.
Die Effizienz bei der Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser wird auf dem Energielabel getrennt ausgewiesen.
Das Label beinhaltet außerdem folgende Angaben:
- Lautstärke der Heizung
- Leistung
- Hersteller
Auch bestehende Heizungsanlagen erhalten im Rahmen der Überprüfung durch den Schornsteinfeger ein Energielabel. So können Betreiber sehen, wie energieeffizient ihre Gas- oder Ölheizung ist.
Effizienzlabel für Wärmepumpen
Beim Kauf einer Wärmepumpe ist der COP (Coefficient of Performance) das wichtigste Effizienzmerkmal, das außerdem eine gute Vergleichbarkeit unterschiedlicher Modelle ermöglicht. Hersteller müssen diesen Wert auf dem Datenblatt angeben. Der COP einer Wärmepumpe zeigt an, wie effizient Strom in Wärme umgewandelt wird – je höher der COP, desto effizienter arbeitet das Gerät.
Zusätzlich zur COP ist auch die Jahresarbeitszahl ein wichtiger Indikator für die Effizienz der Wärmepumpe. Diese Zahl gibt an, wie viel Wärme die Wärmepumpe im Jahresverlauf im Verhältnis zum eingesetzten Strom erzeugt. Allerdings kann die Jahresarbeitszahl erst ein Jahr nach Inbetriebnahme mit ausreichender Genauigkeit ermittelt werden, da sie stark von den spezifischen Betriebsbedingungen abhängt.
Energieeffizienz der Heizung erhöhen
Jede Heizung ist zwar auf deren maximal mögliche Energieeffizienz ausgelegt. Doch in der Praxis kann das beste Gerät nicht effizient arbeiten, wenn es nicht effizient betrieben wird. Wichtig ist zum Beispiel, dass Brennwertkessel auch tatsächlich im Brennwertbetrieb laufen. Darüber hinaus ist entscheidend, dass Verbraucher ihr Lüftungsverhalten an die Heizungsanlage anpassen. In Neubauten kann die kontrollierte Wohnraumlüftung diese Aufgabe übernehmen.
Um die Effizienz einer Heizungsanlage langfristig zu erhalten, ist eine regelmäßige Wartung unerlässlich. Als Betreiber profitieren Sie nicht nur von einer besseren Leistung der Heizung, sondern auch von geringeren Betriebskosten. Durch die Wartung wird die Lebensdauer der Heizung verlängert, was langfristig zu einer Kostenersparnis führt.
Zur Effizienzsteigerung der Heizungsanlage bietet sich u. a. bei Fußbodenheizungen, aber auch bei anderen Zentralheizungssystemen ein hydraulischer Abgleich an, den ein Experte durchführen kann.
Letztlich hängt die Effizienz Ihrer Heizungsanlage auch davon ab, wie Sie diese individuell regeln. Hierfür können Sie zum Beispiel Heizungsthermostate austauschen.
Für mehr Energieeffizienz der Heizung: Auf Erneuerbare setzen
Energieeffizienz ist in Zeiten der Klimawende ein wichtiges Thema. Betroffen sind davon nicht nur Elektrogeräte, sondern vor allem Ihre Heizung sowie Ihr Heizverhalten. Wenn Sie noch eine ältere Heizungsanlage betreiben, können Sie allein durch den Austausch Ihrer Heizungsanlage die Energieeffizienz Ihres Haushalts steigern. Dadurch schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern sparen auch Kosten. Dank hoher Förderung von bis zu 70 Prozent haben sich zukunftsfähige Heizsysteme wie die Wärmepumpe durch die Einsparungen beim Heizen schon nach wenigen Jahren amortisiert.
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