Früher wurden Einrohrheizungen aus Kostengründen in vielen Haushalten verbaut. Wir stellen Ihnen diese Heizungsart vor, erklären die Funktionsweise und vergleichen es mit der Zweirohrheizung. Zudem zeigen wir Sanierungsmöglichkeiten auf und klären, ob sich das Einrohrsystem mit einem modernen Heizsytem, wie der Wärmepumpe kombinieren lässt.

Was ist eine Einrohrheizung?

Unter dem Begriff „Einrohrheizung“ versteht man ein Heizsystem, dessen angeschlossene Heizkörper in einer Ringleitung miteinander verbunden sind.

Anders als bei einer modernen Zweirohrheizung, bei der die Vor- und Rücklaufleitungen getrennt voneinander verlaufen, werden bei der Einrohrheizung alle Heizkörper mithilfe einer Umwälzpumpe der Reihe nach über ein einziges Rohrsystem vom Heizwasser durchströmt; Vor- und Rücklauf der Heizung sind also an dieselbe Rohrleitung angeschlossen. Für eine Einrohrheizung werden somit entsprechend hohe Vorlauftemperaturen benötigt, damit auch in den letzten Heizkörpern der Reihe genügend Wärme ankommt.

Je nach Bauart verfügen die Heizkörper einer Einrohrheizung entweder über zusätzliche Abzweigungen im Rohrsystem, sodass sie individuell regulierbar sind, oder – insbesondere bei älteren Modellen – sie sind direkt in den Einrohrkreis integriert und nicht separat einstellbar. In diesem Fall erhält jeder Heizkörper über eine Bypass-Armatur einen festgelegten Anteil des Heizwassers.

Woran erkenne ich eine Einrohrheizung?

Mittlerweile werden Einrohrheizungen in der Regel nicht mehr eingebaut, da sie im Vergleich zur modernen Zweirohrheizung weniger effizient und unkomfortabler sind. Vor allem zwischen 1975 und 1985 wurden überwiegend Einrohrkreise in Einfamilien-, aber auch in Mehrfamilienhäusern installiert. Derzeit gibt es schätzungsweise noch mehr als eine Million Haushalte in Deutschland, die mit diesem Heizsystem ausgestattet sind.

Ob in Ihrer Wohnung mit einem Einrohrheizsystem geheizt wird, können Sie am Heizkörper erkennen: Bei einer Einrohrheizung enden Vorlauf- und Rücklaufleitung immer an einem Strang bzw. an einer gemeinsamen Armatur. Bei einer Zweirohrheizung, die nach dem Prinzip der Parallelschaltung aufgebaut ist, gibt es hingegen kein wasserführendes Verbindungselement zwischen Vor- und Rücklauf.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Einrohrheizsystem?

In den 70er und 80er Jahren war die Einrohrheizung in erster Linie so beliebt, weil die Anschaffungskosten bzw. die Material- und Montagekosten wesentlich günstiger waren als bei einer Zweirohrheizung. Zudem erwärmen sich die Heizkörper aufgrund der hohen Vorlauftemperatur sehr schnell, denn das Heizwasser zirkuliert permanent durch die Ringleitung – auch im Teillastbetrieb oder wenn die Heizkörper ganz ausgeschaltet sind.

Doch diese vermeintlichen Vorteile halten einer näheren Untersuchung nicht stand, denn die hohe Vorlauftemperatur sorgt für enorme Brennstoffkosten und Stromkosten, da die Umwälzpumpe elektrisch betrieben wird.

Da die Einrohrheizung-Heizkörper nacheinander mit Heizungswasser durchströmt werden, nimmt die Temperatur von Heizkörper zu Heizkörper etwas ab – um die gewünschte Wärmeleistung auch noch am Ende des Heizkreislaufes zu erreichen, müssen die Heizkörper größer werden bzw. eine größere Heizfläche haben, je weiter sie von der Pumpe entfernt sind. Ein weiterer Nachteil ist, dass ein einzelner defekter Heizkörper eine Störung im gesamten Heizsystem verursachen kann.

Zusammengefasst:

Im Vergleich zum moderneren Zweirohrsystem benötigt die Einrohrheizung aufgrund der erforderlichen höheren Vorlauftemperaturen viel mehr Energie. Dadurch steigen die Heizkosten. Gleichzeitig bietet die Einrohrheizung weniger Komfort als die Zweirohrheizung, weil die Heizkörper sich nicht oder nur eingeschränkt separat regulieren lassen. Die Kosteneinsparungen bei Anschaffung und Montage sind im Vergleich zur Zweirohrheizung zu vernachlässigen, da die Einrohrheizung rund 20 Prozent mehr Energie benötigt und somit deutlich höhere Betriebskosten verursacht.

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Lohnen Sanierungsmaßnahmen für Einrohrheizungen?

Um die Effizienz von Einrohrheizungen zu verbessern, kann ein Fachbetrieb einen hydraulischen Abgleich durchführen. Diese Maßnahme sorgt dafür, dass jeder Heizkörper mit der idealen Menge an Heizungswasser versorgt wird. Auch eine Dämmung der Heizungsrohre und eine Modernisierung der Umwälzpumpe sind sinnvolle Sanierungsmaßnahmen.

Experten raten allerdings zu einer konsequenteren Lösung: der Komplettsanierung. Die Umrüstung zu einer Zweirohrheizung, bei der jeder Heizkörper über eine separate Wasserzufuhr verfügt, ist nicht nur deutlich energieeffizienter und komfortabler, sondern kann auch als energetische Sanierungsmaßnahme mit staatlichen Förderprogrammen finanziell unterstützt werden. Außerdem lässt sich ein Zweirohrsystem mit modernen zukunftsfähigen Heizungen wie der Wärmepumpe kombinieren.

Ist eine Einrohrheizung mit einer Wärmepumpe möglich?

Damit bei einer Einrohrheizung auch ausreichend Wärme bis an den letzten Heizkörper der Reihe ankommt, werden hohe Vorlauftemperaturen von über 50 Grad Celsius benötigt. Mit einer Wärmepumpe lassen sich zwar auch höhere Vorlauftemperaturen realisieren, allerdings arbeitet die Anlage dann weniger effizient. Sie benötigen unnötig viel Energie, um das Energieniveau der Umweltwärme zu erhöhen, was den Stromverbrauch der Wärmepumpe erhöht.

In der Regel empfiehlt es sich daher auf ein Zweirohrsystem umzurüsten und dies mit der Wärmepumpe zu kombinieren. So profitieren Sie von der zukunftssicheren Heiztechnik und können im Schnitt Wirkungsgrade von 400 Prozent erzielen. Dadurch sparen Sie im Vergleich zu einer fossilen Heizung bis zu 45 Prozent Heizkosten ein. Zusätzlich sind beim Umstieg auf die Wärmepumpe bis zu 70 Prozent staatlicher Förderung möglich, was die Anschaffungskosten stark reduziert.

Tipp: Wie unterstützt Sie der Staat beim Heizungswechsel? Unsere Checkliste zur Heizungsförderung zeigt es Ihnen.

Fazit: Sanierung der Einrohrheizung ist empfehlenswert

Unabhängig davon, ob Sie auf eine Wärmepumpe umsteigen oder noch ein paar Jahre mit Ihrer Gas- und Ölheizung Wärme erzeugen: Der Umstieg auf ein Zweirohrsystem lohnt sich.

Wenn Sie ohnehin schon eine energetische Sanierung zum Zweirohrsystem planen, sollten Sie auch überlegen, auf die Wärmepumpe umzusteigen. Sie heizen danach zukunftssicher und hocheffizient. Dank der hohen staatlichen Förderung hat sich die Investition beim Umstieg von Gas oder Öl schon nach wenigen Jahren amortisiert.

Mit thermondo haben Sie den richtigen Partner für den Heizungswechsel im Rahmen unseres Komplettpakets. Von der Planung bis zur Installation Ihrer Wärmepumpe übernehmen wir alle anfallenden Aufgaben für den Umstieg und beraten Sie zudem zu Fragen der Förderung.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.