Das Wichtigste in Kürze

  • Umrechnungsformel: Gasverbrauch in kWh = Gasverbrauch in m³ × Brennwert in kWh/m³ × Zustandszahl
  • Qualitätsunterschiede: In Deutschland variiert der Brennwert zwischen L-Gas (8 bis 10 kWh/m³) und H-Gas (10 bis 12 kWh/m³).
  • Verbrauchswerte: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus benötigt zur Heizung ca. 14 m³ pro Quadratmeter, mit Warmwasser steigen die Werte auf rund 16 m³.
  • Kostenersparnis: Durch die höhere Effizienz einer Wärmepumpe lassen sich jährlich durchschnittlich 800 € bis 1.100 € an Heizkosten einsparen.
  • Staatliche Förderung: Der Wechsel von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe wird mit bis zu 70 % bezuschusst.

Gasverbrauch berechnen: Diese Umrechnungsformel können Sie anwenden

Verbraucher mit einer Gasheizung haben sicher schon einmal festgestellt, dass auf ihrer Gasrechnung der Verbrauch in Kilowattstunden (kWh) angegeben wird. Der Wärmezähler hingegen verwendet jedoch die Einheit Kubikmeter. Das liegt daran, dass die Mengen von gasförmigen Stoffen wie Erdgas in Volumeneinheiten gemessen werden.

Damit Sie Ihren Gasverbrauch berechnen können, gibt es eine einfache Umrechnungsformel. Dazu benötigen Sie neben der verbrauchten Menge in Kubikmetern (m³) den Brennwert und die Zustandszahl. Diese Zahlen können Sie in der Regel Ihrer Gasrechnung entnehmen.

Um auf der Basis Ihres Gaszählers den Gasverbrauch zu berechnen, können Sie folgende Formel anwenden: Gasverbrauch in kWh = Gasverbrauch in m³ × Brennwert in kWh/m³ × Zustandszahl

Beispiel: Ihr Gasverbrauch liegt laut Ihrem Gaszähler bei rund 2.100 m³. Der Brennwert beträgt 10 kWh/m³ und die Zustandszahl 0,95.

Rechnung: 2.100 m³ × 10 kWh/m³ × 0,95 = 19.950 kWh

Ergebnis: Ihr Gasverbrauch in Kilowattstunden beträgt demnach 19.950 kWh.

Gut zu wissen: Einige Gasanbieter weisen Brennwert und Zustandszahl nicht mehr gesondert in der Rechnung aus, sondern nur noch einen Faktor aus beiden Werten. Bei ungewöhnlichen Abweichungen sollte man sich an Gasanbieter oder Netzbetreiber wenden und Brennwert und Zustandszahl erfragen.

Gasrechnung

Gasverbrauch berechnen: Die Faktoren der Umrechnung verstehen

Vielen Verbrauchern sind die Begriffe wie Brennwert und Zustandszahl nicht geläufig, obwohl beides wichtige Faktoren sind, wenn Sie Ihren Gasverbrauch berechnen wollen. Was genau sind also Brennwert und Zustandszahl?

Gasverbrauch berechnen: Das sagt der Brennwert aus

Um den Gasverbrauch berechnen zu können, ist neben der Menge des verbrauchten Gases auch der Brennwert erforderlich. Der Wert bezeichnet die Wärmeenergie, die durch Verbrennung und Kondensation des Wasserdampfs von einem Kilogramm Brennstoff entsteht. Dieser Wert ist für die Berechnung wichtig, da das gelieferte Erdgas je nach Förderstelle eine unterschiedliche Qualität aufweist.

Grundsätzlich handelt es sich beim Brennwert also um ein Qualitätsmerkmal, das angibt, welche Energie bzw. Leistung das jeweilige Erdgas pro Kubikmeter liefert. Das bedeutet, dass Erdgas umso mehr Energie liefert, je höher der Brennwert ausfällt. Angegeben wird der Brennwert in Kilowattstunden pro Kubikmeter (kWh/m³).

Unterschiedliche Brennwerte = unterschiedliche Gasqualitäten

Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan. Darüber hinaus enthält es aber auch reaktionsschwache Gase wie Kohlendioxid oder Stickstoff. Je höher der Anteil dieser Nebenbestandteile am Gasgemisch ist, desto kleiner fällt der Brennwert aus. In Deutschland wird grundsätzlich zwischen den Erdgasqualitäten L-Gas und H-Gas unterschieden.

Der Brennwert von L-Gas, auch Low-Gas (engl. für „gering“) genannt, liegt zwischen 8 und 10. Der Methan-Anteil liegt zwischen 80 und 87 %. Gefördert wird dieses L-Gas vor allem in den Niederlanden und Norddeutschland. Auch wenn seit 2015 eine komplette Umstellung auf H-Gas in Deutschland geplant war, wird vor allem in Norddeutschland noch überwiegend mit L-Gas geheizt.

H-Gas hingegen, auch High-Gas (engl. für „hoch“), hat einen höheren Brennwert zwischen 10 und 12. Der Methan-Anteil beträgt bis zu 99 %. Dieses Erdgas stammt beispielsweise aus Russland oder Norwegen.

Gasverbrauch berechnen: Das bedeutet die Zustandszahl

Um den Gasverbrauch berechnen zu können, wird zusätzlich zur Menge des verbrauchten Gases und dem Brennwert auch die sogenannte Zustandszahl benötigt. Diese gibt das Verhältnis des Gasvolumens in einem vorab festgelegten Normzustand zum Erdgasvolumen im Betriebszustand an.

Bei der Gasabnahme herrschen unterschiedliche Temperaturen und ein anderer Druck, die sich auf das Volumen des gelieferten Gases auswirken. Mithilfe der Zustandszahl werden diese lokalen Einflüsse in der Rechnung berücksichtigt. Bezogen wird sich dabei immer auf den Normzustand von 0 °C und einem Druck von rund 1 bar.

Der durchschnittliche Gasverbrauch im Einfamilienhaus liegt bei rund 14 m³ pro Quadratmeter Wohnfläche für die Heizung. Wird das Warmwasser ebenfalls mit Gas aufbereitet, geht man in Deutschland von rund 16 m³ Gas pro Quadratmeter Wohnfläche aus. Bei einer Schätzung anhand der Wohnfläche wird mit einem gerundeten Faktor aus Brennwert und Zustandszahl von 10 gerechnet. Um anhand der Wohnfläche Ihren Gasverbrauch berechnen zu können, müssen Sie den Durchschnittswert mit der Quadratmeterzahl multiplizieren.

  • Durchschnittlicher Gasverbrauch ohne Warmwasser: 14 m³/m² bzw. 140 kWh/m²
  • Durchschnittlicher Gasverbrauch mit Warmwasser: 16 m³/m² bzw. 160 kWh/m²

Gut zu wissen: Die durchschnittlichen Verbrauchswerte haben sich in Deutschland als Orientierungswerte etabliert. Die tatsächlichen Werte können davon jedoch stark abweichen, da viele Einflussfaktoren auf den Verbrauch eines Hauses einwirken.

Fazit: Ist Ihr Gasverbrauch zu hoch, bringt ein Heizungswechsel enorme Ersparnisse

Um die Heizkosten Ihrer Gasheizung zu ermitteln, sollten Sie den Gasverbrauch berechnen können. Dabei ist es sinnvoll, wenn Sie nachvollziehen können, wie sich die Verbrauchsberechnung zusammensetzt.

Ist Ihr Gasverbrauch zu hoch oder Ihre Gasheizung älter als 15 Jahre, sollten Sie über einen Heizungswechsel nachdenken. Durch den Umstieg von einer Gasheizung auf die Wärmepumpe machen Sie sich unabhängig von schwankenden Gaspreisen, bspw. durch internationale Konflikte ausgelöst, und schützen sich vor steigenden CO₂-Kosten. Da Wärmepumpen mit Strom anstelle von fossilen Brennstoffen betrieben werden, verursachen sie keine direkten CO₂-Emissionen. Ein CO₂-Preis wird hier nicht fällig.

Wärmepumpen sind im Durchschnitt über 4-mal effizienter als Gasheizungen. Während eine Gasheizung einen Wirkungsgrad von etwa 0,9 aufweist – also aus 1 kWh Gas ca. 0,9 kWh Wärme erzeugt –, beträgt der Wirkungsgrad der Wärmepumpe durchschnittlich 4. Dementsprechend wandelt sie 1 kWh Strom in ca. 4 kWh Wärmeenergie um.

So sparen Sie mit der Wärmepumpe durchschnittlich 800 € Ihrer Heizkosten. Kombinieren Sie Ihre Wärmepumpe mit einem intelligenten Energiemanager (HEMS) wie thermondo smart, erhöhen Sie die Ersparnis auf bis zu 1.100 € im Jahr.

Zudem wird der Wechsel von einer Gasheizung auf die Wärmepumpe staatlich mit bis zu 70 % bezuschusst. Damit sind Wärmepumpen bereits ab 9.000 € erhältlich und nicht mehr teurer als eine neue Gasheizung.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich meinen Gasverbrauch von m³ in kWh berechnen?

Um den Gasverbrauch in Kilowattstunden zu berechnen, multiplizieren Sie die verbrauchten Kubikmeter mit dem Brennwert und der Zustandszahl. Diese Werte finden Sie in der Regel auf Ihrer letzten Gasrechnung. Die Formel lautet:

Gasverbrauch in kWh = Gasverbrauch in m³ x Brennwert x Zustandszahl.

Was ist der Unterschied zwischen L-Gas und H-Gas beim Gasverbrauch?

Der Hauptunterschied liegt im Methan-Anteil und dem daraus resultierenden Brennwert, der die Energiequalität des Erdgases bestimmt.

  • L-Gas (Low-Gas) hat einen Methan-Anteil von 80 bis 87 % und einen niedrigeren Brennwert zwischen 8 und 10.
  • H-Gas (High-Gas) weist einen Methan-Anteil von bis zu 99 % und einen höheren Brennwert zwischen 10 und 12 auf.
Wie hoch ist der durchschnittliche Gasverbrauch pro Quadratmeter im Einfamilienhaus?

Der durchschnittliche Gasverbrauch liegt in Deutschland bei durchschnittlich 14 m³ pro Quadratmeter Wohnfläche für die reine Heizungsnutzung. Wenn das Warmwasser ebenfalls über die Gasheizung aufbereitet wird, steigt der Orientierungswert auf durchschnittlich 16 m³ pro Quadratmeter.

Warum brauche ich die Zustandszahl für die Berechnung der Gaskosten?

Die Zustandszahl ist notwendig, um das gemessene Gasvolumen vom Betriebszustand am Zähler in einen vergleichbaren Normzustand umzurechnen. Da Temperatur und Druck am lokalen Hausanschluss schwanken, beeinflusst dies das Volumen des Erdgases. Die Zustandszahl gleicht diese lokalen Einflüsse aus, bezogen auf einen Normzustand von 0 °C und einen Druck von 1 bar.

Was kann ich tun, wenn mein Gasverbrauch zu hoch ist?

Ist Ihr Gasverbrauch zu hoch, sollten Sie über den Wechsel zur Wärmepumpe nachdenken. Wärmepumpen werden mit Strom betrieben. Durch den Umstieg machen Sie sich unabhängig von Gaskonzernen und steigenden Gas- sowie CO₂-Preisen.

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