Das Wichtigste zum Zweirichtungszähler in Kürze:

  • Ein Zweirichtungszähler vereint die Funktion von Einspeisezähler und Bezugszähler.
  • Hausbesitzer mit PV-Anlage mieten den Zweirichtungszähler vom zuständigen Messstellenbetreiber – in der Regel ist dies der örtliche Netzbetreiber.
  • Seit 2025 ist die Verwendung eines Smart Meters für PV-Anlagen mit mehr als 7 kWp Leistung verpflichtend.
  • Die Kosten für ein Smart Meter betragen rund 50 Euro im Jahr.

Was ist ein Zweirichtungszähler?

Ein Zweirichtungszähler dient dazu, die Strommengen in Haushalten mit Photovoltaik zu messen. Dabei wird sowohl der Solarstrom aus der PV-Anlage, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, als auch der Bezug vom Stromanbieter erfasst.

Wann müssen Hausbesitzer einen Stromzähler in PV-Anlagen einbauen?

Laut Bundesnetzagentur muss jeder Strombezug und jede Stromeinspeisung messtechnisch erfasst werden. Früher wurden Haushalte mit Photovoltaikanlagen sogar mit drei verschiedenen Stromzählern ausgestattet:

  • Einspeisezähler: zur Messung des eingespeisten Stroms und der Berechnung der Einspeisevergütung
  • Bezugszähler: zur Messung und Abrechnung des dazugekauften Stroms vom Energieversorger
  • Ertragszähler: zur Messung des Ertrags der PV-Anlage und der Berechnung der Selbstentnahme (seit dem 1. Januar 2023 nicht mehr notwendig, da die Besteuerung der Selbstentnahme entfallen ist)

Ein Zweirichtungszähler vereint dabei die Funktion von Einspeisezähler und Bezugszähler. Er bietet somit eine platzsparende Möglichkeit für kleine Zählerschränke.

So funktionieren verschiedene Zweirichtungszähler

Der Zweirichtungszähler, auch Zwei-Wege-Zähler genannt, übernimmt wie bereits erwähnt gleich zwei Funktionen bei der Messung der Strommenge. Zum einen arbeitet er als Einspeisezähler und zum anderen als Bezugszähler. Dabei unterscheidet man zwischen mechanischen bzw. analogen und digitalen Zählern, sowie intelligenten Messsystemen (Smart Meter):

  • Mechanische Zweirichtungszähler verfügen über zwei Zählwerke, die den Strombezug und die Einspeisung anzeigen. Diese Zähler müssen einmal im Jahr manuell abgelesen und die Zählerstände an den Netzbetreiber übermittelt werden.
  • Digitale Zweirichtungszähler sind besonders platzsparend, da sie über nur eine Anzeige verfügen. Diese wechselt kontinuierlich zwischen Bezug und Einspeisung. Dabei zeigt in der Regel der Messwert 1.8.0 den entnommenen und 2.8.0 den eingespeisten Strom an.
  • Bei einem Smart Meter handelt es sich um ein intelligentes Messsystem. Dieses zeigt nicht nur die Zählerstände digital an, sondern übermittelt über ein Kommunikationsmodul die Daten in Echtzeit direkt an den Netzbetreiber. Verbraucher erhalten einen Überblick über ihre Werte in einer App oder können sie über eine Infrarotschnittstelle auslesen.

Ist die Verwendung eines Zweirichtungszählers Pflicht?

Die Verwendung eines Zweirichtungszählers ist nicht verpflichtend. Seit 2025 ist jedoch die Installation eines Smart Meters für alle PV-Betreiber vorgeschrieben, deren Anlage eine Leistung von 7 kWp und mehr aufweist. Wird Ihr alter Zähler vom Netzbetreiber gegen ein Smart Meter ausgetauscht, handelt es sich dabei automatisch um einen digitalen Zweirichtungszähler.

Mit dem Roll-Out wurde bereits 2020 begonnen und soll bis 2030 für 95 Prozent der verpflichteten Haushalte abgeschlossen sein. Darunter fallen seit 2025 nicht nur Haushalte mit Photovoltaik, sondern auch Betreiber einer steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen, sowie Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh.

Was kostet ein Zweirichtungszähler?

Zweirichtungszähler werden von den Messstellenbetreibern an die Betreiber von PV-Anlagen vermietet. Jährlich werden dafür Gebühren in Höhe von ca. 40 Euro fällig. Hausbesitzer, die ihren Solarstrom ins öffentliche Netz einspeisen wollen, sind auf die Geräte angewiesen und müssen diese auch mieten. Dafür übernimmt der Netzbetreiber aber die Wartung und die regelmäßige Eichung der Zweirichtungszähler.

Sind Sie verpflichtet, ein Smart Meter zu verwenden, müssen Sie für die Installation des neuen Geräts nichts zahlen. Darum kümmert sich der Messstellenbetreiber. Die jährlichen Gebühren sind auf 20 Euro pro Jahr gedeckelt. Ist Ihre Anlage größer als 15 kWp oder betreiben Sie eine steuerbare Verbrauchseinrichtung wie eine Wärmepumpe oder Wallbox, müssen Sie mit 50 Euro Gebühren pro Jahr rechnen.

Gut zu wissen: Sind Sie nicht von der verpflichtenden Umstellung auf ein Smart Meter betroffen, können Sie dennoch ein intelligentes Messsystem einbauen lassen. Dazu ist – neben den jährlichen Kosten von max. 20 Euro – einmalig eine Zahlung von höchstens 30 Euro für die Installation fällig.

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Wo liegen die Vor- und Nachteile eines Zweirichtungszählers?

Wer einen Zweirichtungszähler einsetzt, benötigt weniger Platz im Zählerschrank, da ein Gerät zwei ersetzt. Außerdem muss der Zweirichtungszähler nicht zwingend im Zählerschrank montiert werden, wodurch Eigenheimbesitzer flexibler bei der Installation sind.

Ein weiterer Vorteil für Hausbesitzer: Es entstehen keine hohen Investitionskosten, wenn sie einen Zweirichtungszähler einbauen lassen, denn über die Jahresgebühr sind alle Kosten, inklusive Wartung und Eichung, durch den Messstellenbetreiber abgedeckt. Das Ablesen der Zählerstände erfolgt in der Regel per Fernabfrage. Somit bietet die Miete des Geräts auch einen höheren Nutzungskomfort.

Nachteilig sind Zweirichtungszähler, weil diese beim Wechsel des Stromanbieters ebenfalls getauscht werden müssen. Somit haben Hausbesitzer keine freie Wahl, welchen Zähler sie verwenden und ob sie selbst ein solches Messgerät kaufen und installieren lassen. Zudem ist eine langjährige Miete oft teurer, als wenn das Gerät selbst erworben wird.

Fazit: Zweirichtungszähler in Form von Smart Metern sind Basis für die Energiewende

Wer nicht nur seinen überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einspeist, sondern auch Strom von einem öffentlichen Anbieter bezieht, ist mit einem Zweirichtungszähler gut beraten. Auch wenn der Mietpreis höher ist, als der eigentliche Kaufpreis, bietet er viele Vorteile. Der eingespeiste und der bezogene Strom können einfach korrekt erfasst werden und die Ablesung der Zählerstände ist per Fernabfrage möglich. Auch wer wenig Platz hat, profitiert von dem kleinen Gerät, da es zwei Zähleinrichtungen in einem vereint.

Zudem werden im Rahmen des Smart Meter Roll-Out die meisten Haushalte mit Photovoltaik zukünftig mit einem intelligenten Messsystem und damit automatisch mit einem digitalen Zweirichtungszähler ausgestattet. Durch das enthaltene Kommunikationsmodul erhalten Netzbetreiber in Echtzeit Informationen über die Auslastung des Stromnetzes. Dies ist wichtig, da unter anderem immer mehr private PV-Anlagen Strom ins Netz einspeisen, aber auch die Nutzung von elektrischen Verbrauchern wie Wärmepumpen oder Wallboxen immer mehr zu nimmt. Durch die Einführung von Smart Metern können Verbrauch und Produktion besser in Einklang gebracht und mögliche Überlastungen des Stromnetzes frühzeitig erkannt und vermieden werden.

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Luisa, Expertin für Photovoltaik Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.